Mostafa Bayyoud: Gleich zweimal befreit

Bei unserer Willkürjustiz kann es auch schon mal vorkommen, dass man jemand gleich zweimal befreien muss. Der Marokkaner Mostafa Bayyoud ist so ein Fall.

Es gibt ca. 40 Strafanzeigen/Strafanträge von Mostafa Bayyoud. Diese wurden von der Staatsanwaltschaft Essen alle eingestellt, z.B. mit der Begründung, dass es sich nur um Nachbarschaftsstreitigkeiten handeln würde, und es daher kein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung geben würde.

Zu den Nachbarschaftsstreitigkeiten gehören Sachbeschädigungen, wie das Entfernen von Namensschilder am Briefkasten und der Tür.

Sachbeschädigung am Auto, wie verbogene Scheibenwischer und Zierblenden, sowie abgebrochene/abgetretene Seitenspiegel.

Körperverletzungen von Mostafa Bayyoud, und seinen Freunden.

Ein Holzlattenangriff auf Mostafa Bayyoud. Als Folge davon gab es eine Schädelprellung, und eine gebrochene Hand, sowie Prellungen und Schürfwunden an den Beinen.

Falsche Verdächtigung von Mostafa Bayyoud, der angeblich eine kleine Waffe am offenen Fenster im 3. Stock geputzt haben sollte.

Als dies ist für die Staatsanwaltschaft Essen nicht verfolgungswürdig, weil es nur harmlose Nachbarschaftsstreitigkeiten gewesen sein sollen.

Im Gegensatz dazu hat die selbe Staatsanwaltschaft Essen ca. 40 angebliche Straftaten von Mostafa Bayyoud angeklagt. Das waren dann plötzlich keine harmlosen Nachbarschaftsstreitigkeiten mehr.

Am 14.10.2014 erhielt Mostafa Bayyoud einen Anruf von der Polizei Essen. In dem Telefonat bezeichnete die Polizistin Mostafa Bayyoud als „totalen Vollidiot“. Sie drohte ihm mit dem SEK bei ihm vorbeizukommen.

Am 16.10.2014 wurde Mostafa Bayyoud in seiner Wohnung verhaftet. Er wurde in die JVA Essen gebracht. Eine Verhandlung für den 20.10.2014 wurde von der Richterin abgesagt.

Mostafa Bayyoud wurde von der JVA Essen rechtswidrig in die Forensik gebracht. Man wollte ihn einfach für nicht zurechnungsfähig erklären, dass hätte die Sache für die Behörden einfacher gemacht.

Als Mostafa Bayyoud gegen seinen ausdrücklichen Willen in die Forensik gebracht wurde, hat der Beamtendumm-Förderverein über diese rechtswidrige Aktion berichtet, und auch das entsprechende BVerfG-Urteil veröffentlicht. Hier erfolgte die erste Befreiung von Mostafa Bayyoud.

Nach der Berichterstattung auf http://beamtendumm.wordpress.com und die Veröffentlichung des BVerfG hat das LG die rechtswidrige Unterbringung nach nur einem Tag wieder beendet, und den entsprechenden Beschluss des AG aufgehoben.

Mostafa Bayyoud, und sämtliche Unterstützer sind sich sicher, dass das Leben von Mostafa Bayyoud gerettet wurde, weil es ab dem 2. Weihnachtsfeiertag Demonstrationen vor dem Gericht und dem Knast gegeben hat.

Die 2. Befreiung von Mostafa Bayyoud erfolgte dann am 30.3.2015. Bis dahin gab es 3 Verhandlungstermine beim Amtsgericht.

Um die AG-Richterin nicht für befangen erklären zu müssen, hat man das Verfahren vom Amtsgericht zu Landgericht verschoben. Am 30.3.2015 fand die erste Verhandlung beim Landgericht statt. Der öffentliche Druck, besonders das veröffentlichte Telefonat sorgte dann für eine Überraschung.

Bei diesem Termin wurden Polizisten als Zeugen befragt. Einer hatte auffällige „Erinnerungslücken“, der andere machte von seinem Aussageverweigerungsrecht gebrauch, um sich nicht selbst zu belasten. Deshalb wurde Mostafa Bayyoud an diesem Tag, nach fast 6 Monaten, aus der U-Haft entlassen, weil es keinen dringenden Tatverdacht mehr gab.

Damit könnte die Berichterstattung über die Befreiung von MB nun enden. Allerdings platzte die eigentliche Bombe erst am 31.3.2015. Die Schwiegertochter eines Nachbarn von Mostafa Bayyoud gab zu, dass sie beim Amtsgericht gelogen hatte, und es die angebliche Straftat von Mostafa Bayyoud gar nicht gab. Auf Druck des Schwiegervaters hatte sie erfunden, dass sie Mostafa Bayyoud beim Putzen einer Waffe beobachtet hätte.

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Ein Gedanke zu “Mostafa Bayyoud: Gleich zweimal befreit

  1. Im rot-grün regierten NRW passiert so was. Das die Justiz sich traut das auf diese Weise durchzuziehen- unter voller öffentlicher Beobachtung von bloggern die was davon verstehen- das zeigt das hier kein Recht existiert.
    Die Deutschen und ihre Richter ziehen so was durch obwohl man -hier über Monate- bei jedem prozessrechtlichen Schritt ab Beginn der Verhaftung das es sich um einen Unschuldigen handelt, hier noch ein Opfer von Ausländerfeindlicher Gewalt.

    Das ganze muss weiter betrieben werden mit Schadenersatzforderungen und als Fallstudie.

    Leider

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